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Paul Divjak
Kinsky
Buch_Divjak
Roman - Czernin Verlag, Wien

Zum Buch

"Ich war immer weg. Betrunken, zu. - Easy to handle.- Das war mein Leben. Mein Büro lag damals direkt an der Wall Street. Genau gegenüber des Trading Floors. Da passiert alles. Das ist das, was du auf CNBC siehst. Die Monitore, die Anzeigentafeln und der ganze Scheiß. - Ich war genau gegenüber: Wall Street 100. Im 15. Stock..."

Kinsky erzählt die Geschichte eines Mannes um die 30. Er kommt aus gutem Hause, einem Umfeld mit Tradition. Seine Eltern lassen sich scheiden, als er ein kleines Kind ist. Seine Mutter wird Missionarin und zieht mit ihm durch die U.S.A. Mit 14 Jahren ist seine Schullaufbahn aus disziplinären Gründen definitiv beendet. Mit 16 Jahren beginnt er an der Wiener Börse zu spekulieren. An der Wall Street macht er wenig später innerhalb kürzester Zeit Millionen. Während er zunehmend illegalen Substanzen zuspricht, erschüttert der Crash der New Economy den Aktienmarkt. Mit einem Schlag verliert Kinsky alles. Wieder zurück in Österreich fasst er auf gänzlich neuem Terrain Fuß: er wird verdeckter Ermittler...


Info / Lesungen: Czernin Verlag, Wien          

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Pressestimmen

"(...) Da ist von großen Geldbeträgen die Rede, von einer Börsen-Blitzkarriere noch als Teenager, von illegalen Geschäftspraktiken und von krummen Touren am Balkan. Vom Drang, ständig zu agieren. Und ja niemals stehen zu bleiben. Merke: Schon Stillstand ist Rückschritt. (...) Die Qualität von "Kinsky" liegt genau darin, dass es eben keinen anderen Blickwinkel und schon gar keine Bewertung von Kinskys Ausschweifungen gibt. Hier darf ein Held unserer Zeit ohne Filter sprechen. Und sich schließlich, auch wenn er kein kalter Zyniker sein will, selbst entlarven."
[Der Standard, Sebastian Fasthuber]

„(...) Es geht nicht darum, ein Ziel zu haben. Es geht darum, ein Ziel zu erreichen.” Kinsky ist ein Sprachrohr, das rasant und umgangssprachlich Phrasen scheppert. Kein Klischee lässt er aus, kein Zitat ist ihm zu platt: „Die neuen Broker hatten die Hosen voll. – Ich aber: Kam. Sah. Siegte.” Kinsky verschwendet keine Zeit in Nebensätzen, mit parataktischer Bestimmtheit trägt er sichere Erkenntnisse über Wirtschaft, Politik und das organisierte Verbrechen vor.
Dieser Gestus stört sich nicht an Widersprüchen: „Ich hatte mich mit 15 bei der Reserve gemeldet. Bei den Marines. In Deutschland”, führt Kinsky aus: „Drei Monate Vollgas!” Die Ironie, mit der sich der Protagonist in solcherart Übertreibung hineinschraubt, verweist auf eine von der Handlung zunächst verdeckte Bedeutungsschicht. Sie tritt endgültig hervor, wenn Divjak das eigene Schreibverfahren reflektiert, hier mit Kinskys Worten zur Datenverschlüsselung: „Heute kriegst du ein Spam. Einen argen Roman. Irgendein Blabla. Der Empfänger tut einfach eine Schablone drüber und filtert die fünf Wörter raus, die wirklich wichtig sind.” Kinskys Duktus der sicheren Erkenntnis wird als Pose der angenommenen Berufsrollen verständlich, als von sprachlichem Aktionismus umhüllte Unsicherheit. Der Zweifel kehrt zurück – und verleiht dem Roman seine Spannung. Im Brustton der Überzeugung erfindet sich der Protagonist einen Lebenslauf und fordert zugleich den Leser auf, ihm kein Wort zu glauben."
[Süddeutsche, Nico Daniel Schlösser]

"(...) In "Kinsky" tritt ein Prachtkerl von Wahrheitsverdreher auf, ein Sprengmeister der Alltagsnormalität. Der titelgebende Protagonist, der im Buch seinen jähen Fall vom millionenschweren Wall Street Broker zum verdeckten Ermittler und Drogenabhängigen schildert, ist zudem ein wahnwitzig überdrehter, oft kopflos wirkender Monologisierer: "Der Größere gewinnt immer" Das kriegen wir mit. So erziehen wir unsere Kinder! So leben wir! Das ist unsere Welt. Das Leben ist ein Haifischbecken. Der größere Fisch gewinnt immer, Mann! Aber: Hast du schon einmal einen Hai erlebt, der einen Wal gerissen hat?" Ein demoliertes Ich sitzt im tiefen Keller, sein Schrei um Hilfe ist in "Kinsky" dokumentiert."
[Profil, Wolfgang Paterno]

"(...) In dieser autobiografischen Fiktion beichtet der sowohl körperlich als auch geistig angeschlagene Protagonist seine jugendlichen Exzesse und Verfehlungen. Dabei wirkt der Schwadroneur bisweilen so cool, dass wir uns ins Drehbuch einer Seifenoper versetzt fühlen. Kinsky erweist sich indes als geborener Aufsteiger. Seine blaublütige Abkunft prädestiniert ihn für große Taten und verleiht ihm zudem das Charisma des Siegers, der noch stürzend triumphiert. So lautet denn auch das Motto des Romans treffend: "Wenn wir wirklich fallen, fehlt es uns an nichts."
[Literaturhaus.at, Walter Wagner]

 

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