Paul Divjak hinter
der barriere
Prosa - Ritter, Klagenfurt
Zum Buch
In 62 kurzen bösen Prosastücken portraitiert der Wiener Autor
und Künstler Paul Divjak kleine Gauner, Verlierer, Aussteiger, Polizisten,
Nachwuchspolitiker und Museumsdirektoren. Er erzählt von Menschen,
die aufbrechen, um den berühmten anderen Zustand zu finden, von Handelsreisenden
in Sachen schnelles Glück und von anderen, die einfach von den hiesigen
Zuständen flüchten, den Boden verlieren, in die Luft gehen,
sich auflösen..
Es sind lakonisch reduzierte Katastrophengeschichten, bisweilen kleine
Dramolette. Fragmente des Alltags aus einem erweiterten Europa verdichten
sich zu einem narrativen Mikrokosmos, zu einer Bestandsaufnahme aktueller
Lebensentwürfe.
Geplatzte Hoffnungen, trügerische Idyllen - hochartifizielle Kolportagen
im besten Sinn!
Leseprobe
sie verbringe die meiste zeit hinter der barriere. sie müsse,
um an ihren arbeitsplatz zu gelangen mehrere schleusen passieren, um keine
keime oder erreger ein- oder auszuschleppen. die arbeit in dem forschungszentrum
mache ihr freude, sagt sie. einmal hätte sie sich sogar verliebt,
während einer laufenden untersuchungsreihe, in einen kollegen, hinter
der barriere. diese beziehung wäre aber nach kurzer zeit schon wieder
in die brüche gegangen. - mittlerweile wären ihr die
laborratten, mit denen sie arbeite, näher als die menschen, sagt
sie.
Pressestimmen
"Es gibt keine kleine bzw. grosse Literatur. Nur gute und schlechte.
Und Paul Divjaks Schreibe gehört eindeutig zur guten. - Genauso wie
seine Musik! (...)"
[Fritz Ostermayer/FM 4, Im Sumpf]
"Dies ist Literatur für unsere eiligen Tage. (...) Das ist
der Hammer!"
[Christian Schachinger/Der Standard]
"hinter der barriere" handelt von der Tragikomik des Flüchtigen und ist nicht tragisch, denn die einzelnen Teile sind trocken niedergeschrieben und auf Wesentliches fokussiert. Paul Divjak ist ein Autor der Reduktion.“
[Anna Katharina Laggner, Ö1/Ex Libris]
„Der in Wien lebende Multikünstler Paul Divjak schreibt in kurzen Prosastücken vom plötzlich wirksam werdenden Wahnsinn der Welt, von den Fallen des Daseins und den Eitelkeiten der Menschen...“
[Paul Jandl, NZZ]
„Zunächst entemotionalisiert scheinend entpuppen sich gerade diese, sich angeblich abgespielt habenden „urbanen“ Legenden als im besten Sinne nacherzählt, als durch die indirekte Rede eindeutig erzählerisch gefärbt. Es sind so stets Informationen aus zweiter Hand, welche die Banalitäten und Eitelkeiten unserer Existenz erst richtig ihrer Lächerlichkeit preis geben. Urteilen über das vom Hörensagen weitererzählt Bekommene muss allerdings der Leser, Divjak selbst kommen kein Sprachspiel, kein Wortwitz über die Lippen. Seine Kurz- und Kürzestgeschichten werden dowengegraded auf die angeblichen Fakten, zu kunstvollen Versuchen über das Absurde hinter den Benutzeroberflächen des Alltags, „hinter der barriere.“
[Thomas Weber, The Gap]