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Alpine Interventionen. Hrsg. von Paul Divjak Alpine Interventionen dokumentiert und diskutiert Typologien der Wildbach- und Lawinenverbauung im Alpenraum. Paul Divjaks eindrucksvolle, mit der Fachkamera aufgenommene Bilder zeigen diese funktionalen Kunstwerke, die Ausgangspunkt sind für Essays von KulturwissenschaftlerInnen, LandschaftsplanerInnen und ArchitektInnen zum erweiterten Themenfeld "Kulturlandschaft". "Hier ist naturgemäß nicht der technikbegeisterte Ingenieur am Werk, sondern vielmehr der Entdecker und Erzähler, der staunend über die in den dokumentierten Bauwerken steckenden Paradoxien und Qualitäten etwas mitzuteilen hat." Bernhard Tschofen "(...) als hätten sich Minimal Art und Land Art zu bizarren anonymen Aktionen fernab der Kunstwelt verschworen, die es nun genau dorthin zurückzuholen gilt." Christian Höller Alpine Interventionen. Hrsg. von Paul Divjak
Pressestimmen Ausgehend von der Idee, Typologien der Wildbach- und Lawinenverbauungen in den Alpen zu entwickeln, hat sich der Allroundkünstler und hier v. a. als Fotograf auftretende Paul Divjak jene Objekte zum Thema gemacht, die als alpine Funktions- bzw. Schutzbauten in der baugeschichtlichen und denkmalpflegerischen Forschung - geschweige denn in der breiten Öffentlichkeit - eine kaum wahrgenommene Baugattung darstellen, aber seit der rasanten Modernisierung ab dem 19. Jahrhundert den Lebens-, Wohn- und touristischen Genussraum von Alpenlandschaften überhaupt erst ermöglichten. Aus einer Kooperation mit dem Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung in Vorarlberg (WLV), der Kulturabteilung der Vorarlberger Landesregierung und dem Landhaus Bregenz hervorgegangen, liegt hiermit eine fotokünstlerisch, medientheoretisch, zivilisationskritisch und zugleich kunstphilosophisch verortete Publikation mit sieben Kurzbeiträgen diverser Autoren und 16 herausragenden Farbfotos Divjaks über das Phänomen alpiner Landschaftsverbauung vor. (...) Eine 'kulturelle Rehabilitation' haben diese alpinen Schutzbauten kaum zu erwarten. Divjaks engagiertes Buch möchte sie als viel befragbare Baugattung zumindest in den öffentlichen Wahrnehmungsradius rücken. (...) Murbrecher, Sohlgurte, Balken- und Holzkastensperren stehen im Mittelpunkt der vorliegenden Publikation. Die sechzehn ganzseitig reproduzierten Aufnahmen von Paul Divjak zeigen Funktion und Ästhetik dieser Schutzbauten aus Beton, Stahl und Holz: Land Art fernab von Kunstszene und Inszenierung, bisweilen Kontrapunkt zur Landschaft, sich manchmal aber auch mehr oder weniger harmonisch in die Umgebung einfügend. In sechs Essays nähern sich Kunstwissenschaftler, Architekten und Landschaftsplaner aus unterschiedlichsten Blickwinkeln diesen Interventionen, philosophieren und diskutieren zum erweiterten Themenfeld „Kulturlandschaft“ und den Möglichkeiten der Fotografie, diese wahrzunehmen und darzustellen. Ein gelungenes Bilderbuch mit Anregungen verschiedenster Art, solch verborgene Eingriffe in der Natur zu entdecken oder zum Beispiel über die Frage nachzudenken, wer da eigentlich wen wovor schützt. Als ein schmales, aber keineswegs leichgewichtiges Buch fällt diese Neuerscheinung fast zwangsläufig aus dem Rahmen der überwiegend dickleibigen Veröffentlichungen von oft zweifelhaftem Lektüreverheißungen – und verführt einen daher fast unweigerlich zum In-die-Hand-Nehmen, erst zum An- und Durchschauen, dann zum Lesen und schließlich zu einem genaueren Studieren, zu einer nachgerade ausgiebigen Beschäftigung mit Bildern und Texten, die Blick und Sinne schärfen: Lapidar formuliert, könnte man sagen, „Alpine Interventionen“ dokumentiert und diskutiert Typologien der Wildbach- und Lawinenverbauung im Alpenraum, was den Kern jedoch nicht ganz trifft, denn die insgesamt 72 Seiten bieten alles andere als eine trockene oder gar eindimensionale Erörterung solcher Funktionsträger in und von Hochgebirgswelten. Und das beinhaltet hier insbesondere eine Annäherung von diversen Seiten, von Autoren sehr unterschiedlicher Provenienz, die gleichwohl ein gemeinsamer Nenner verbindet, nämlich die Suche nach dem Mehrwert im vermeintlich Profanen.
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